Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Wildbienen mit Bildern erklärt

Wildbienen - Grundlagen einfach erklärt

 Alle Bienen, die keinen Honig produzieren, nennt man Wildbienen. Zum Beispiel gehören die Hummeln zu den Wildbienen.

 In Deutschland gibt es mehr als 550 Wildbienen-Arten. Mehr als die Hälfte der Arten sind vom Aussterben bedroht.

 Wildbienen brauchen eine abwechslungsreiche Landschaft mit Blumen und Nistmöglichkeiten in nächster Nachbarschaft. 

 Die moderne Landnutzung mit Gift, Gülle, Monokulturen, Höfesterben und Bebauung ist eine Bedrohung für Wildbienen. 

 Städte und Dörfer sind mit Gärten und Brachflächen einer guter Lebensraum für viele Wildbienenarten. Je mehr Gärten naturnah sind, umso     besser.

 Die meisten Wildbienen leben - anders als die Honigbiene - allein. Und diese "alleinerziehenden Mütter" fliegen nur wenige Wochen im Jahr     herum, dann sterben sie. Außerhalb der Flugzeit leben die Wildbienen als Ei, Larve oder Puppe im Nest. Das Nest ist immer ein Hohlraum.     Meistens graben die Wildbienen das Nest selbst in die Erde. Manche Arten bauen das Nest in einem Pflanzenstängel oder einem     Schneckenhaus. Nur wenige Arten können überhaupt in menschengemachten "Wildbienenhotels" wohnen. Ca. ein Viertel der Arten baut kein     Nest, sondern schmuggelt wie ein Kuckuck das eigene Ei in ein fremdes Nest - das sind die "Kuckucksbienen".

 Die meisten Wildbienenarten sind auf heimische Wildkräuter angewiesen. Sie sammeln nur an ein paar Pflanzenarten oder -gruppen Nahrung     für den Nachwuchs. Ohne diese Wildblumen können sie nicht existieren. Daher ist es alles andere als egal, welche Blume man pflanzt.

 Wenn man die richtigen Wildblumen in den Garten holt, bekommt man eine große Vielfalt von Wildbienenarten. Von 4 mm bis 3 cm. Von     Schwarz über Rot bis Gold. Mit braunen, schwarzen, blauen und grünen Augen. Glänzend glatt oder pelzig plüschig. Immer fleißg unterwegs,     um ihre Nachkommen mit Proviant zu versorgen.

 

FAQ rund um die Wildbiene 

Was sind Wildbienen? Die Wildbienen sind Hautflügler, weil sie  4 dünnhäutige Flügel haben. Wespen und Ameisen sind auch Hautflügler. Die Wildbienen sind mit ihnen eng verwandt. Fast alle Bienen der Welt sind Wildbienen, denn nur die wenigen Bienenarten, die Honig produzieren, zählt man nicht zu den Wildbienen (vergleichlich Literatur Nummer 1, Seite 7 fortfolgende).

Was sind Kuckucksbienen? Das sind Wildbienen, die keinen Pollen sammeln und keine Nester bauen. Sie dringen in die Nester ihrer Wirtsarten ein und legen ihre Eier dort in die Brutzellen. Die Larve der Kuckucksbiene tötet die Larve der Wirtsbiene und frisst ihren Proviant auf. Es gibt auch Kuckuckshummeln. Sie dringen in das Nest der Wirtshummel ein und bauen dort ihre eigene Brutzelle. Die Larven der Kuckuckshummeln werden von den Wirtshummeln mit Futter versorgt (vgl. Nr.1, S.33 und Nr.2, S.81).

Wie sehen Wildbienen aus? Wie Hummeln, wie kleine Honigbienen, wie kleine Wespen, wie fliegende Ameisen. Viele Wildbienen sind so klein oder unscheinbar, dass die meisten Menschen sie gar nicht bemerken. Es gibt Wildbienen mit Pelz und ohne Pelz. Es gibt Wildbienen die einfarbig sind und solche mit Flecken und Streifen. Es gibt Wildbienen mit matter und mit glänzender Oberfläche. Es gibt rundliche und schlanke Arten. Der Körper der Wildbienen ist schwarz, rehbraun, dunkelbraun, metallisch schimmernd, orange, rostrot, rostbraun, mit weißen und gelben Bestandteilen. Die meisten Wildbienen haben schwarze Augen. Es gibt aber auch Arten mit rotbraunen Augen, grünen Augen oder sogar bläuliche Augenfarben. Es gibt Wildbienen mit dunklen und solche mit hellfarbenen Augen. Männchen und Weibchen können verschiedene Muster und verschiedene Augenfarben aufweisen (vgl. Nr.2, S.418fff).

Wie groß sind Wildbienen? Die kleinsten Wildbienen in Deutschland sind 3-4mm groß, das ist in etwa vergleichbar mit einer großen Ameise. Die größten Wildbienen in Deutschland erreichen mehr als 3 cm (vgl. Nr.1, S.10).

Wie lassen sich Wildbienen, Fliegen und Wespen voneinander unterscheiden? Insekten mit Pollen an den Beinen oder dem Bauch sind immer Wildbienen-Weibchen. Fliegen erkennt man daran, dass sie scheinbar keine Fühler haben, auch wenn sie ansonsten Wildbienen oder Hummeln sehr ähneln können. Wespen sind fast immer ohne jegliche Haare und haben eine besonders schlanke „Wespentaille“. Manche Wildbienen-Arten und Wespen-Arten kann man nur mit einem Bestimmungsbuch unterscheiden. Anfänger halten außerdem viele Wildbienen für kleine Mücken und Ameisen, weil sie so winzig und schwarz sind. Nicht nur Wildbienen, sondern auch Fliegen und Wespen sitzen auf Blüten und saugen Nektar daran (vgl. Nr.1, S.8).

Was essen und trinken Wildbienen? Die Larven der Wildbienen essen Pollen und Nektar, die Larven der Schenkelbienen essen außerdem Blütenöl. Nektar ist ein Gemisch aus Wasser und Zucker. Die meisten Blumen bieten Nektar an (manche nur vormittags) um Bienen, Fliegen, Wespen und Schmetterlinge anzulocken. Manche Blumen wie z.B. Rosenbüsche haben nur Pollen und keinen Nektar. Pollen nennt man die kleinen Körnchen in der Blüte, die aussehen wie bunter Staub. Sie sind dazu da, andere Blüten zu befruchten. Pollen ist sehr eiweißreich und enthält außerdem Vitamine und viele andere Nährstoffe. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die erwachsenen Wildbienen hauptsächlich von Nektar und essen zusätzlich etwas Pollen. Manchmal sitzt der Nektar so tief in der Blüte drin, dass der Rüssel nicht lang genug ist um dran zu kommen. Manche Wildbienen-Arten haben gelernt ein Loch seitlich in den Blütenkelch zu beißen, durch den sie den Rüssel stecken können. Das Problem der langen Kelche betrifft viele Zierblumen aus anderen Erdteilen (vgl. Nr.2, S.274ff).

Was können Wildbienen wahrnehmen? Wildbienen sehen Farben und Formen, zum Beispiel Blütenfarben und die Form von Bäumen. Durch den Aufbau der Augen können sie schnelle Bewegungen sehr gut sehen. Neben 2 vorne sitzenden Augen besitzen sie 3 weitere Augen oben auf dem Kopf, die mit denen sie das Gleichgewicht während des Fliegens verbessern können. Wildbienen riechen und tasten mit ihren Fühlern. Sie können Geräusche als Vibration wahrnehmen (vgl. Nr.2, S.400f). Manche für Honigbienen beschriebene Sinne dürften auch bei einigen Wildbienenarten vorliegen: Geschmackssinn für Zucker, Empfinden elektrischer Ladung, Empfinden der Schwerkraft, Empfinden der Luftströmung, Wahrnehmung von Feuchte und Temperatur, Gedächtnis und Wahrnehmung des Magnetfeldes der Erde (vgl. Nr.6).

Wie ist der Lebenslauf einer Wildbiene? Das Leben der Wildbiene beginnt als Ei. Das Ei liegt in einer Brutzelle, das ist ein enger Raum, den die Mutter der Wildbiene gebaut hat und dann das Ei und den Proviant hineinlegt. Aus dem Ei schlüpft eine kleine Larve. Sie sieht aus wie ein winziger weißer Wurm. Die Larve frisst den Proviant. Der Proviant ist ein Gemisch aus Pollen und Nektar, nur bei den Schenkelbienen gehört noch Blütenöl hinein. Dadurch wächst die Larve, bis sie fast so groß ist wie das Innere der Brutzelle. Sehr viele Wildbienenarten überwintern als fertig entwickelte Larve. Dann verpuppt die Larve sich. In der Puppenhülle verwandelt sie sich Schritt für Schritt in eine ausgewachsene Wildbiene. Diese unfertige Wildbiene ist weiß wie Wachs. Erst einige Wochen vor dem Schlüpfen verändert sich die Farbe, die Haare wachsen und die Flügel werden fertiggebildet. Bei den meisten Wildbienen dauert der Weg vom Ei bis zum Schlüpfen knapp ein Jahr. Manche Wildbienenarten schlüpfen zweimal im Jahr, dann dauert der Lebenslauf kürzer (vgl. Nr.3, S.15 Nr.2, S. 82ff).

Wie lange leben Wildbienen? Mit „leben“ meinen die meisten Menschen: „herumfliegen“. Nach dem Schlüpfen fliegen die meisten Wildbienen 4-6 Wochen herum, bevor sie sterben. Die Männchen fliegen normalerweise etwas früher und kürzer herum als die Weibchen. In der kurzen Lebenszeit müssen die Weibchen versuchen, so viele Brutzellen wie möglich mit Proviant und Ei anzulegen. Das ist sehr mühsam. Für ein einziges Ei müssen die Weibchen 2-50 mal zum Pollensammeln ausfliegen. Ein Weibchen schafft bestenfalls 40 Brutzellen fertig zu bauen, erdnistende Wildbienen weniger. Ein Teil der Brutzellen geht durch Schimmel und Fressfeinde verloren, ein weiterer Teil besteht aus Männchen – allerhöchstens 10 Eier wachsen somit erfolgreich zu Weibchen heran. Die kurze Lebenszeit der Wildbienen liegt im Frühling ab März, im Frühsommer und im Spätsommer. (vgl. Nr.4, S.15,22 und Nr.2, S. 85). Viele Menschen denken, dass Blumen im Herbst für Wildbienen besonders wichtig sind. Das stimmt nicht. Denn im Herbst liegen die meisten Wildbienenarten bereits als Larve oder Puppe in ihren Brutzellen.

Wie sieht der Tagesablauf von Wildbienen aus? Morgens, wenn es warm genug geworden ist – das ist je nach Wildbienenart bei einer anderen Temperatur – verlässt die Wildbiene ihren Schlafplatz. Die Weibchen

  • suchen nach einem Platz für ihr Nest,
  • oder graben ein Nest,
  • oder Nagen ein Nest in einen Stängel,
  • oder putzen einen vorhandenen Hohlraum,
  • oder sie sind schon so weit dass sie die Brutzellen bauen,
  • oder sammeln schon Nektar und Pollen für den Nachwuchs.
  • Hin und wieder trinken sie Nektar oder essen Pollen.
  • Nach der Paarung, wenn die Brutzelle fertig gebaut ist, legt das Weibchen ein Ei in die Brutzelle.

Nachts und bei schlechter Witterung schlafen und ruhen Wildbienen, entweder in ihrer Niströhre, oder auch in Blüten, oder an Stängeln festgebissen.

Die Weibchen von Kuckucksbienen sammeln keinen Pollen und bauen keine Nester oder Zellen. Sie suchen nach Nestern von bestimmten anderen Wildbienenarten, auf die sie angewiesen sind – das sind die Wirtsarten. Wenn sie ein solches Nest gefunden haben, versuchen sie in das Nest einzudringen und legen dort ein Ei in die Brutzelle der Wirtsart.

  • Die Männchen verlassen ebenfalls morgens wenn es für ihre Art warm genug geworden ist ihren Schlafplatz.
  • Weil Männchen keine Nester bauen, schlafen sie auch nicht in Nestern, sondern in Hohlräumen, in Blumen oder festgebissen an Stängeln.
  • Den Tag über suchen sie an blühenden Pflanzen oder an Nestern nach Weibchen und versuchen sich zu paaren.
  • Zwischendurch landen die Männchen auf Blüten, um dort Nektar zu trinken.
  • Außerdem sonnen sich die Männchen mancher Arten gerne, zum Beispiel auf warmen Steinen, auf denen sie immer wieder landen.
  • Männchen und Weibchen verbringen viel Zeit damit, sich mithilfe der Vorderbeine die Fühler, den Pelz und den Rüssel zu putzen.
  • Männchen mancher Arten suchen sich ein Revier, das sie immer wieder abfliegen und gegen alle anderen Blütenbesucher verteidigen. In der Praxis sieht es so aus, dass sich diese Männchen auf jede blütenbesuchende Wildbiene stürzen, die sie entdecken - entweder um sich zu paaren, oder um sie zu vertreiben, selbst wenn sie viel größer ist (vgl. Nr.1, S.42ff und Nr.2, S. 272).

Leben Wildbienen als Volk zusammen wie die Honigbiene? Nein, die meisten Wildbienen leben nach dem Schlüpfen ganz allein: das betrifft alle Männchen, alle Kuckucksbienen und Kuckuckshummeln und die allermeisten nestbauenden Weibchen. Manchmal leben viele dieser Einzelgängerinnen dicht nebeneinander, zum Beispiel an Nisthilfen. Trotzdem baut jede Wildbiene für sich alleine. Einige Wenige Wildbienenarten gibt es, bei denen mehrere Weibchen das gleiche Nest bewohnen, während jedes Weibchen die eigenen Brutzellen baut und versorgt. Schmal- und  Furchenbienen haben eine Königin, deren Töchter sind die Arbeiterinnen, die sich die Arbeit teilen. Viele Hummelarten bilden Staaten. Die Hummelkönigin überwintert und baut im Frühjahr ein Nest. Daraus schlüpft die erste Generation der Arbeiterinnen, welche weitere Arbeiterinnen, die männlichen Hummeln und die Jungköniginnen heranziehen, ohne selbst Eier zu legen. So sozial wie die Honigbiene lebt keine einzige Wildbienenart in Deutschland (vgl. Nr.2, S.78ff).

Wie viele Blumen brauchen Wildbienen? Für ein einziges Ei benötigen sie den Pollen von „vielen Dutzend bis mehrere Hundert“ (Nr.4, S.43) Einzelblüten. Das sind meist mehrere Pflanzen (vgl. Nr.4, S. 46ff). Für 30 Eier wären es schon z.B. 60 Pflanzen, nur für ein einziges Wildbienen-Weibchen! Für den Garten heißt das: Ein paar Blumen sind ein wichtiger und guter Anfang. Besser wäre es, wenn sich mehrere benachbarte Gärten verabreden, oder wenn zumindest der eigene Garten möglichst randvoll mit den „Lieblingsblumen“ der Wildbienen gefüllt wird.

Was bestäuben Wildbienen? Wildbienen bestäuben Obst, Gemüse, Kräuter, Futterpflanzen und Blumen (vgl. Nr.2, S.307ff).

Wie weit fliegen Wildbienen auf der Suche nach Pollen? Wildbienen wählen die kürzeste Strecke, die zum Ziel führt – je weniger Flugzeit, umso mehr Brutzellen werden fertiggestellt und umso weniger Parasiten können in das unbeaufsichtigte Nest eindringen. Die meisten Arten – besonders die kleineren Wildbienen – fliegen nur wenige hundert Meter weit. In diesem Umkreis benötigen sie die richtigen Blumen, die richtigen Nistgelegenheiten und das richtige Baumaterial. Wildbienen benötigen daher vielseitig angelegte Gärten und kleinräumige, abwechslungsreiche Landschaften. Einige größere Wildbienenarten fliegen mehr als einen Kilometer zum Pollensammeln und können aus größerer Entfernung ihr Nest wiederfinden. Allerdings schlüpfen im nächsten Jahr wesentlich weniger Wildbienen, wenn die Mütter weit fliegen mussten (vgl. Nr.4, S.80 und Nr.2, S.305).

Warum brauchen manche Wildbienen den Pollen von ganz bestimmten Pflanzenfamilien? Sehr viele Wildbienenarten sind genetisch darauf programmiert, nur Pollen von bestimmten Pflanzenfamilien und/oder bestimmten Pflanzenarten zu sammeln. Diese Wildbienen nennt man oligolektisch oder Pollenspezialisten. Häufig geht dies mit körperlichen Anpassungen an diese Pflanzenarten einher. Diese Wildbienen sind meistens besonders effektiv beim Finden dieser Pflanzenarten und dem schnellen Absammeln des Pollens. Die übrigen Wildbienenarten sind zwar genetisch weniger eng gebunden. Man nennt sie polylektisch oder Pollengeneralisten. Doch auch sie bevorzugen einige Blumenarten, während sie andere Blumenarten links liegen lassen (vgl. Nr.2, S.294ff).

Haben Wildbienen in Deutschland „Lieblingsblumen“? Eindeutig ja. Sie bevorzugen in Mitteleuropa heimische Pflanzen und deren enge Verwandtschaft. Daran sind sie genetisch angepasst. Doch auch innerhalb dieser heimischen Pflanzenwelt gibt es viele Hunderte Pflanzenarten ohne Nutzen für Wildbienen. Selbst die „richtigen“ Pflanzenfamilien führen nicht zum Ziel. Wer zum Beispiel aus der Familie der Borretschgewächse den Borretsch statt des Natternkopfs wählt, wird höchstens mal eine Blattschneiderbiene zu Gesicht bekommen. Nur wer die „Lieblingsblumen“ kennt und pflanzt, bekommt die größtmögliche Vielfalt an Wildbienenarten in den Garten (vgl. Nr.2, S.368fff).

Worin bauen Wildbienen ihre Nester? Rund ¾ der nestbauenden Wildbienen nisten in der Erde:

  • in fester oder sandiger Erde, in schräger, senkrechter oder waagerechter Erde. In Gärten sind sehr häufig erdnistende Wildbienen anzutreffen, beispielsweise in sonnig-trockenen Beeten in denen es Lücken gibt. Außerdem findet man Nesteingänge zwischen Pflasterfugen, in Erde hinter den Ritzen von Trockenmauern und in lückigen Rasenflächen. Die Erd-Nistplätze sind fast immer warm, trocken und frei von Bewuchs. Wenn im Frühling und Sommer plötzlich viele Insekten dicht über der Erde herumsausen, sind es wahrscheinlich solche erdnistenden Wildbienen.
  • Weitere Wildbienen nisten in markhaltigen Stängeln, zum Beispiel in abgeschnittenen Brombeerranken.
  • Wieder andere nagen Gänge in Totholz.  
  • Einige Mauerbienen bauen ihr Nest in Schneckenhäusern, die auf dem Boden liegen.
  • Einige Wildbienen nisten in und an Mauern von Gebäuden.
  • Einige Hummelarten nisten in alten Mauselöchern.
  • Nur 30-40 Wildbienenarten nisten in menschengemachten Wildbienenhäusern (vgl. Nr.1, S.49,101, Nr.2, S.88 und Nr.4, S.67).

Welche Feinde haben Wildbienen? Eine Menge Insekten haben sich darauf spezialisiert, in die Nester von Wildbienen einzudringen und den Proviant für den eigenen Nachwuchs zu verwenden. Meistens wird die junge Wildbiene dabei getötet. Einige weitere Tiere haben es auf erwachsene Wildbienen abgesehen. Diese Feinde sind Gegenspieler, weil sie normalerweise den Fortbestand der Wildbienenart nicht gefährden. Viele Gegenspieler sind auf Wildbienen angewiesen und würden aussterben, wenn die Wildbienen verschwinden würden. Zu den Gegenspielern gehören: mikroskopisch kleine Pilze, Einzeller und Milben, Fadenwürmer und Ohrwürmer, Spinnen und Zünsler. Außerdem viele Käferarten, viele Wespenarten und viele Fliegenarten. Weiterhin Fächerflügler, Ameisen und Vögel. Der wichtigste Feind der Wildbienen ist der Mensch. Er hat seine traditionelle Landwirtschaft mit kleinen Feldern und Viehweiden aufgegeben, welche gut für Wildbienen war, und durch riesige Felder ohne Wildblumen sowie Massentierhaltung ersetzt. (vgl. Nr.2, S.235ff).

Warum ist mehr als die Hälfte aller Wildbienenarten in Deutschland gefährdet? (vgl. Nr.5) Der Mensch hat in den letzten 150 Jahren die Erdoberfläche stärker verändert als jemals zuvor. Das verschlechtert die Lebensbedingungen für viele Wildbienenarten. Das Mosaik aus Blumenwiesen, Hecken, Wäldern, Weiden und Ackerflächen mit blühendem Unkraut  verschwindet. Stattdessen mehren sich Straßen, Städte und monotone Ackerlandschaften ohne Blumen und Leben. Konkret entsteht der Schaden durch:

  • Zerschneiden und Zubetonieren der Landschaft durch Bauwerke
  • Insektengifte die Wildbienen töten oder dem Nervensystem schaden sowie Unkrautvernichter/Herbizide die Nahrungspflanzen vernichten
  • zu viel Gülle, Dünger und Nährstoffeintrag durch Luftverschmutzung und Verkehr, was zu sattgrünen, ertragreichen Wiesen ohne Blumen führt
  • das Einkaufsverhalten der meisten Menschen, die gerne preiswert im Supermarkt einkaufen anstatt ökologisch und regional in kleinen Läden,
  • dadurch mitbedingt das Sterben kleiner Bauernhöfe, Umwandlung dieser Weiden und Wiesen in z.B. Bauland, Brachland mit Verbuschung und große, modern bewirtschaftete Felder
  • Abholzen von Hecken und Vernichtung von Wegrändern, zum Beispiel im Rahmen der Flurbereinigung/ Zusammenlegung von Betriebsflächen
  • falsche Pflege oder Vernichtung der Wegränder an Straßen und Feldern durch Umpflügen, Spritzen und Mulchen
  • Ordnungssinn der Bürger*innen in privaten und öffentlichen Grünanlagen inkl. Schottergärten
  • Gleichgültigkeit und Unkenntnis gegenüber Gesetz- und Vorschriftenverstößen in Städten, auf dem Land und in Schutzgebieten  (vgl. Nr.4, S.15ff und eigene Beobachtung).

Welche Wildbienenarten lassen sich im Garten fördern? Im Garten kann man die Wildbienen der Region fördern. Viele Wildbienenarten kommen in der eigenen Region nicht vor. Wo welche Wildbienenart vorkommt, zeigt das Wildbienenkataster im Internet (vgl. Nr.7). Der Beetentwurf „Große Vielfalt“ eignet sich als Einstieg um festzustellen, welche Wildbienenarten in den eigenen Garten kommen. Im restlichen Garten können dann gezielt die Lieblingsblumen dieser Wildbienen gepflanzt werden. Außerdem können im Garten nur Wildbienen gefördert werden, die in den Siedlungsbereich fliegen. Wildbienen von Almen, Heiden, Kiesgruben und Sanddünen können im Garten nicht gefördert werden, außer der Garten liegt zufälligerweise auf einer Alm, in einer Heide, in einer Kiesgrube oder auf einer Sanddüne (vgl. Nr.2, S.418fff).

Stechen Wildbienen? Nur gut die Hälfte aller Wildbienen besitzt einen Stachel – nämlich nur die Weibchen. Der Stachel der meisten Weibchen ist zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Außerdem sind Wildbienen sehr friedliebende Geschöpfe. Paul Westrich schreibt: „Selbst bei jahrelanger intensiver Beschäftigung mit Wildbienen kommt es sehr selten zu einem Stich, beispielsweise dann, wenn man die Weibchen mit den Fingern festhält, um sie für Beobachtungszwecke zu markieren“ (Nr.2, S. 88).

Literatur:

(1)   Westrich, Paul (2014): Wildbienen. Die anderen Bienen. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München.

(2)   Westrich, Paul (2018): Die Wildbienen Deutschlands. Verlag Eugen Ulmer KG, Stuttgart.

(3)   Falk, Steven (2. Auflage 2016): Field Guide to the Bees of Great Britain and Ireland. Verlag Bloomsbury Wildlife, London.

(4)   Zurbuchen, Antonia/Müller, Andreas (2012): Wildbienenschutz – von der Wissenschaft zur Praxis. Zürich, Bristol-Stiftung; Bern, Stuttgart, Wien, Haupt.

(5)   https://www.wildbienen.info/downloads/eucera-1-2008-03_inhalt.pdf

(6)   http://www.bienenschade.de/Honigbienen/Sprache/Sinnesorgane%20Bienen.htm

(7)   www.wildbienen-kataster.de