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Ein Blumenbeet für Schmetterlinge

Mit Oregano und Hornklee Schmetterlinge und Hummeln fördern

Bunte Schmetterlinge gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was man im Garten fördern kann. Die Gemeinsamkeiten mit den Wildbienen sind groß: Für die Kinderstube werden ganz bestimmte, durch nichts zu ersetzende heimische Wildkräuter benötigt.

Und leider handelt es sich dabei nicht um den einfach zu beschaffenden Schmetterlingsstrauch/Sommerflieder Buddleja, von dem keine einzige Tagfalterraupe heranwachsen kann.

Das Beet für Schmetterlinge ähnelt im Hintergrund einer Blumenwiese mit einem Hauch von Bauerngarten im Vordergrund. 

Neben Schmetterlingen und ihren Raupen profitieren auch Hummeln und eine ganze Reihe weiterer Wildbienenarten von dem Beet.

Am Ende der Seite finden sich umfangreiche Informationen mit Fotos zu Schmetterlingspflanzen für trockene, feuchte und schattige Standorte. 

Das Blumenbeet für Schmetterlinge (und Hummeln)

Einkaufsliste für das Schmetterlingsbeet:

 Stauden (mehrjährige Blumen):

  • 3 Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • 4 Günsel (Ajuga reptans)
  • 7 Kalkaster (Aster amellus z.B. „Veilchenkönigin“)
  • 3 Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)
  • 2-3 Distel (z.B. Carduus nutans)
  • 3 Skabiosenflockenblume (Centaurea scabiosa)
  • 8 Wiesenflockenblume (Centaurea jacea)
  • 2 Schwarze Flockenblume (Centaurea nigra)
  • 2 wilde Möhre (Daucus carota, 2jährig)
  • 4 Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)
  • 2 Natternkopf (Echium vulgare, 2jährig)
  • 3 Echtes Labkraut (Galium verum)
  • 4 Sonnenröschen (Helianthemum nummularium)
  • 2 Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • 6 Wiesenwitwenblume (Knautia arvensis)
  • 3 Margerite (Leucanthemum vulgare)
  • 9 Hornklee (Lotus corniculatus)
  • 3 Luzerne (Medicago sativa)
  • 2 Katzenminze (Nepeta in Sorten)
  • 4 Esparsette (Onobrychis viciifolia)
  • 25 Oregano (Origanum vulgare)
  • 2 Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • 3 Wiesensalbei (Salvia pratensis)
  • 2 Taubenkropfleimkraut (Silene vulgaris)
  • 3 Skabiosen (Scabiosa columbaria)
  • 3 bunte Kronwicke (Securigera varia)
  • 2 Hohe Fetthenne (Sedum telephium in Sorten)
  • 1 Rainfarn (Tanacetum vulgare)
  • 4 Arznei-Thymian (Thymus pulegioides)
  • 2 Rotklee (Trifolium pratense)

 

Sträucher und Halbsträucher:

  • 1 männliche Salweide, z.B. Salix caprea Sorte „Mas“ oder „Silberglanz“ (die ökologische Variante für den Vorfrühling, oder 1 Sommerflieder Buddleja davidii (für Spätsommerblüte und Schmetterlingsbeobachtung, nicht jedoch für den Naturschutz, da invasiver Neophyt)
  • 4 Ysop (Hyssopus officinalis)
  • 6 Lavendel (Lavendula angustifolia oder x intermedia) 

    Rankpflanzen für Zaun/Gitter/Obelisk:

  • 3 breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius)

  • 2 Zaunwicke (Vicia cracca)

    Zwiebelblumen, im September zu kaufen:

    1 Packung Zweiblättriger Blaustern Scilla bifolia

    1 Packung Traubenhyazinthen.

    Kräuter: 3 Töpfe Schnittlauch

    Tipp: Nutzen Sie bei der Bestellung die lateinischen Namen.

    Enthält mediterrane Pflanzen und Sorten.

 

Standort: sonnig auf fast allen Böden.

Charakter: bunt, komplex, wiesenartig.

Gut für Familien und Naturfotograf*innen geeignet

Durchgeplant hinsichtlich der Ansprüche der Tagfalter und ihrer Raupen, hinsichtlich der Blütezeit und der Ästhetik.

Weitere Informationen zum Schmetterlingsbeet:

Das Schmetterlingsbeet ist ein guter Beitrag für Schmetterlinge in Gärten. Wer noch mehr für Schmetterlinge tun möchte, sollte zu diesem Beet noch die Pflanzplanung "Teichrand" mit mehr Blutweiderich und weniger Gilbweiderich hinzufügen. Unverzichtbar ist auch eine hohe Blumenwiese. Bei den anderen Beetentwürfen gibt es ebenfalls Überschneidungen. Zum Beispiel schätzen Schmetterlinge und Wildbienen gleichermaßen Gemüsebeete mit Kohl und Möhre.

Im Garten lässt sich nur ein Teil der Schmetterlinge Deutschlands fördern. Denn Schmetterlinge mögen eine heile Umwelt mit abwechslungsreichen Landschaften voller einheimischer Gehölze und Wildblumen. Viele Falterarten haben sich eng an bestimmte Pflanzenarten und Biotope gebunden - ohne sie stirbt die Falterart aus. Am wichtigsten ist daher der Schutz der natürlichen Lebensräume durch Biotoppflege und Naturschutzarbeit. Das geht ganz ohne eigenen Garten, die örtlichen Naturschutzverbände suchen laufend Verstärkung zur Pflege ihrer fantastischen Grundstücke in der freien Natur. 

Pflanzen für Schmetterlinge nach Standort

Menschen, die selbst für Schmetterlinge in ihrem Garten planen möchten, dürften sich für die folgenden Pflanzenbilder interessieren: Sie zeigen besonders hohe und ausdrucksstarke Stauden, die ein Blickfang im Beet sind, eine Vielzahl von mittelhohen Stauden, die den Garten bereichern, und niedrige Stauden mit bodendeckenden Eigenschaften. In den grauen Untertiteln befinden sich die Hinweise zu den besuchenden Raupen und Faltern. Die Informationen zum Nutzen der Pflanzen für die Schmetterlinge - entweder als Raupenfutterpflanze oder als Nektarquelle - stammen aus der Hitliste der Schmetterlingspflanzen auf floraweb.de und wurden von den Experten des Lepidat erarbeitet.

Hohe Stauden, Blickfang auf trockenem Boden

Die wichtigsten hohen Stauden für Schmetterlinge und Wildbienen auf trockenem Lehm: Natternkopf, Flockenblumen und Disteln.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt auf trockenem Boden

Die wichtigsten mittelhohen Stauden für Schmetterlinge auf trockenem Lehm: Wiesenflockenblume, Witwenblume, Rotklee, Skabiose, Esparsette, Luzerne und Karthäusernelke.

Bodendeckende Stauden auf trockenem Boden

Die wichtigsten Bodendecker für Schmetterlinge auf trockenem Lehm: Oregano/Dost und Hornklee.

Hohe Stauden, Blickfang auf feuchtem Boden

Die wichtigsten hohen Stauden für Schmetterlinge auf feuchtem Boden sind: Blutweiderich und Wasserdost.

Mittelhohe Stauden auf feuchtem Boden, Vielfalt

Die wichtigsten mittelhohen Stauden auf feuchtem Boden sind: Wiesenschaumkraut, Wiesenplatterbse und Witwenblume. Allerdings sind die anderen Stauden - zum Beispiel Blauweiderich, Teufelsabbiss und weidenblättriger Alant, ebenfalls sehr gute Schmetterlingsblumen.

Bodendecker auf feuchtem Boden

Die wichtigsten Bodendecker auf feuchtem Boden sind die bunte Kronwicke und der Weißklee. Diese und weitere Bodendecker benötigen aggressive Ausläufer um an einem derart nahrhaften Standort zu überleben. Für zierliche Beete sind höchstens die Veilchen geeignet, und die vertragen nur mäßige Feuchte. Für die Kombination aus zierlich und feucht siehe auch Teil B des Beetentwurfs "Teichrand".

Hohe Stauden, Blickfang für halbschattige Standorte

Hohe Schmetterlingsmagnete für den Schatten sind Mangelware. Am Besten verwendet man Baldrian plus Goldrute plus Waldengelwurz und versucht der Schönheit wegen noch eine schwarze Königskerze zu integrieren. Ein Experiment mit echtem Alant und Telekie sollte auch nicht fehlen.

Mittelhohe Stauden, Vielfalt für halbschattige Standorte

Die wichtigsten mittelhohe Stauden für Schmetterlingsbeobachtung im Halbschatten sind Straußblütige Margerite und Waldwitwenblume.

Bodendeckende Stauden für halbschattige Standorte

Die wichtigsten Bodendecker für halbschattige Standorte sind das sehr wüchsige weiße Labkraut und die zierlichen Veilchen.

Gehölze

Um möglichst viele Schmetterlinge anzulocken, können Sie einige weitere Schritte unternehmen:

-  Schaffen Sie verschiedene Mini-Biotope: einen Gartenteich, ein begrüntes Dach, eine bepflanzte Trockenmauer…

-  Pflanzen Sie einheimische Gehölze – diese sind für viele Falter noch wichtiger als die Blumen. Die Gehölzarten finden Sie bei Floraweb unter Sonderthemen, die Bezugsquellen in meiner Linksammlung. Gehölze am besten nicht schneiden, Laub und Fallobst liegen lassen. Optimal wäre eine gemischte Wildstrauchhecke, z.B. mit einem Faulbaum und einer Salweide.

- Lassen Sie an unterschiedlichen Standorten zumindest einige Brennnesseln, Löwenzähne, Spitzwegeriche und Ampfer am Leben, sofern Ihr Grundstück nicht ohnehin von diesen umgeben ist.

-  Verzichten Sie unbedingt auf chemische Unkraut- und Raupenbekämpfung – Raupen töten heißt Schmetterlinge töten. Angefressene Pflanzen sind ein Kompliment (dem angehenden Falter hat es geschmeckt) und Wildblumen sind diese Behandlung gewohnt.

-  Halten Sie etwas Erde nass und frei von Bewuchs, da manche Arten gern an feuchter Erde saugen.

-  Ein ökologisch bewirtschafteter Obst- und Kräutergarten ist für viele Falter sehr wertvoll, etwas Fallobst liegenlassen.

-  Pflanzen Sie die gleichen Blumen, die im nächstgelegenen Biotop oder Naturschutzgebiet wachsen.

-  Gehen Sie um ihre Gemeinde spazieren und planen Sie gezielt für die Falter, die Sie dabei beobachten.

- Erleichtern Sie den Schmetterlingen die Anreise zu Ihrem Garten - machen Sie sich für blühende Straßen- und Wegränder stark. Diese sollten nicht gemulcht und frühestens Mitte Juni gemäht werden.

-  Verwenden Sie vorzugsweise Stauden, deren erster und zweiter (!) lateinischer Name mit den auf dieser Seite übereinstimmen.

-  Einheimische Gräser wie der Schafschwingel sind wichtiges Raupenfutter – z.B. in einer Wildblumenwiese. In die obigen Wildblumenbeete lassen sich ebenfalls einheimische Ziergräser integrieren.

Falls Sie keinen Garten haben, aber etwas für Schmetterlinge tun wollen, dann können Sie sich als freiwilliger Helfer z.B. bei BUND oder NABU an der Pflege der natürlichen Lebensräume der Schmetterlinge beteiligen. So muss z.B. im Herbst das Mähgut mancher Blumenwiesen zusammengerecht und abtransportiert werden. Viele besonders seltene Falter können nicht im Garten gefördert werden, sondern nur durch den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume.

Weiterführende Literatur und Quellenangabe: die Artenportraits des Schmetterlingsexperten Wolfgang Düring aus Bingen, veröffentlicht auf der Seite des BUND Rheinland-Pfalz und die lesenswerte Broschüre "Ein Garten für Schmetterlinge" von Wolfgang Düring.